Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin

Hier können Sie sich über den Bereich Neonatologie und Intensivmedizin informieren.

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Zusammen mit der Abteilung für Geburtshilfe der Frauenklinik bildet die Abteilung für Neonatologie des Kinderkrankenhauses ein Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe (Level 1).

Jährlich werden ca. 2500 Kinder im Josefinum geboren. Bei jeder Geburt ist ein Kinderarzt anwesend, der die Erstversorgung des Neugeborenen übernimmt und die erste Vorsorgeuntersuchung durchführt. Die meisten Kinder können im Rahmen des rooming-in-Konzeptes zusammen mit der Mutter auf den Wochenstationen betreut werden, dort führt ein Kinderarzt eine tägliche Visite durch und steht als Ansprechpartner für die Eltern bereit.

Neben einer täglichen transkutanen Bilirubinkontrolle (Gelbsuchttest ohne Blutentnahme) gehört auch die Ableitung der otoakustischen Emissionen (TEOAEs) zu den Routineuntersuchungen zur Früherkennung einer behandlungsbedürftigen Schwerhörigkeit. Ein besonderes Augenmerk richten wir auf die Früherkennung von zyanotischen Vitien (Herzfehlern, die mit einer verminderten Sauerstoffsättigung im Blut einhergehen). Deshalb führen wir bei allen Neugeborenen am ersten Lebenstag eine Messung der Sauerstoffsättigung (Pulsoxymetriescreening) durch. Vor der Entlassung nach Hause wird die Neugeborenenbasisuntersuchung – die sogenannte U2 – durchgeführt. Ergänzend untersuchen wir bei allen Neugeborenen mittels Ultraschall das Gehirn, die Harnwege und die Hüftgelenke, um u.a. eine Hüftdysplasie zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu erkennen und gegebenenfalls eine Behandlung einzuleiten oder eine Anlage- oder Harntransportstörung der Nieren und ableitenden Harnwege zu diagnostizieren.

Pro Jahr werden ca. 370 Früh- und Neugeborenen auf der Station betreut. Die häufigsten Ursachen sind eine Hyperbilirubinämie (Neugeborenen-Gelbsucht), Hypoglykämie (Unterzucker) oder eine bakterielle Neugeboreneninfektion. Aber auch Frühgeborene bis an die Grenze zur Überlebensfähigkeit werden auf der neonatologischen Intensivstation behandelt. Ca. 30 Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht < 1500g pro Jahr erblicken das Licht der Welt im Josefinum.

Auf der neonatologischen Intensivstation stehen 18 Betten, davon 6 Beatmungsplätze zur Verfügung. Durch die Tür-an-Tür-Anordnung von Intensivstation und Kreissaal sowie Sectio-OP werden die Transportgefahren für die Neugeborenen minimiert. Ein erfahrenes Team kümmert sich liebevoll um die Kleinsten der Kleinen. Dazu gehören fünf Neonatologen, zwei pädiatrische Intensivmediziner, Kinderärzte in einem ärztlichen Schichtdienst rund um die Uhr und Kinderkrankenschwestern mit langjähriger Berufserfahrung sowie Fachkrankenschwestern für pädiatrische und neonatologische Intensivpflege. Es wird eine Intensivtherapie auf dem neusten Stand der Technik durchgeführt inklusive spezieller Beatmungsformen wie die Hochfrequenzoszillationsbeatmung oder die Zufuhr von NO.

Auch durch die Kinderchirurgen am Haus wird rund um die Uhr eine Versorgung auf höchstem Niveau sichergestellt. So können Kinder mit angeborenen Fehlbildungen wie z.B. einer Zwerchfellhernie (=Zwerchfellloch) oder einer Ösophagusatresie (=nicht durchgängige Speiseröhre) kompetent im Josefinum versorgt werden. Auch ganz kleine Frühgeborene mit einem Gewicht < 750g werden operiert, falls eine nekrotisierende Enterokolitis (=Darmentzündung) oder ein offener Duktus arteriosus es erforderlich machen.

Klinikseelsorger und Psychologen unterstützen die Eltern und Geschwister zusätzlich in der sorgenreichen Zeit.

Ergebnisqualität in der Versorgung von Früh- und Neugeborenen
Bericht 2013 für den Zeitraum 2012 zum Download