Selbstgefährdung

Wenn ein Kind/Jugendlicher sich im Laufe seiner Entwicklung aufgrund einer Krise oder einer psychiatrischen Störung selbst gefährdet, ist das für alle Beteiligten eine äußerst bedrohliche Situation. Ganz egal, ob es sich um selbstverletzendes Verhalten, das sogenannte Ritzen, oder um Suizidgefährdung handelt.

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Warnsignale und Symptome

Selbstverletzendes Verhalten kann vorliegen, wenn Ihr Sohn/Ihre Tochter:

  • Auch im Warmen immer langärmlige Kleidung trägt
  • Nicht erklärbare Blutspuren hinterlässt
  • Sich häufig außergewöhnlich lange im Bad aufhält
  • Dauerhaft den Sportunterricht oder andere Aktivitäten, für die man sich aus-/umziehen muss, verweigert
  • Aggressionen gegen sich selbst richtet (z.B. den Kopf gegen die Wand schlägt)

Die Gefahr suizidaler Gedanken und/oder Handlungen besteht, wenn Ihr Sohn/Ihre Tochter:

  • Sich völlig zurückzieht und für Gespräche nicht mehr zugänglich ist
  • Außergewöhnlich traurig und bedrückt, evtl. auch aggressiv ist
  • Abschiedsbriefe oder Ähnliches verfasst
  • Anderen Personen gegenüber direkt oder indirekt (z.B. im Internet) Selbsttötungsabsichten äußert

Eine Sonderstellung nehmen die sogenannten Psychosen ein, bei denen es aufgrund von Halluzinationen, Denkstörungen und Realitätsverkennung zu einer akuten Eigengefährdung kommen kann. Hier ist eine sofortige psychiatrische Vorstellung unumgänglich.

Behandlung

Meist überwiegt in derartigen Extremsituationen die Sorge und Ungewissheit, nicht selten haben auch die Betroffenen einen hohen Leidensdruck. Die Einschätzung der Gefährdung durch Fachleute ist hier sehr hilfreich.
In unserer Notfallambulanz können Kinder/Jugendliche, bei denen eine akute oder unklare Eigengefährdung besteht, 24 Stunden und 7 Tage die Woche vorgestellt werden. In diesen Terminen erfolgt eine Einschätzung der Gefährdung. Gemeinsam mit dem Patienten und seinen Sorgeberechtigten können dann nächste Schritte geplant werden. Sollte eine sofortige Aufnahme zur Krisenintervention erforderlich sein, besteht dazu die Möglichkeit auf unserer beschützten jugendpsychiatrischen Akutstation (notfalls auch gegen den Willen des Jugendlichen); für Kinder steht ein Notbett auf einer unserer Kinderstationen bereit. Andernfalls kann eine ambulante Weiterbehandlung oder eine geplante stationäre Aufnahme zu einem späteren Zeitpunkt angebahnt werden. Unser sozialpädagogischer Krisendienst bietet darüber hinaus weiterführende Hilfe und Unterstützung.