Station C6

Die gesunde Entwicklung im Jugendalter wird sowohl durch körperliche als auch durch seelische, emotionale sowie soziale und familiäre Faktoren mitbestimmt. Der Entwicklungsprozess von der frühesten Kindheit bis ins Erwachsenenalter verläuft nicht immer reibungslos.

Die Station C6 ist eine geschlossen geführte Intensivstation für abhängige und suchtgefährdete Jugendliche. Das therapeutische Angebot der Station richtet sich an Jugendliche mit einer bereits manifesten Abhängigkeitserkrankung oder Jugendliche, die aufgrund eines schädlichen Konsums in ihrer psychosozialen Entwicklung gefährdet sind.

  • Schädlicher Gebrauch von Alkohol und psychotropen Substanzen
  • Pathologische Spielsucht/Mediennutzung
  • Begleitende „externalisierende Störungen“ wie Störungen des Sozialverhaltens, hyperkinetische Störungen und Persönlichkeitsentwicklungsstörungen
  • Begleitende posttraumatische Belastungsstörungen und depressive Erkrankungen
  • Drogeninduzierte Psychosen

Das multimodale Behandlungskonzept der Station ist geprägt von einem milieutherapeutischen Ansatz und beinhaltet neben regelmäßiger Einzel- und Familienpsychotherapie sowie suchtspezifischer und sozialkompetenzfördernder Gruppentherapie noch verschiedene fachtherapeutische Angebote wie Ergotherapie, Kunsttherapie, Erlebnistherapie und Musiktherapie. Im Rahmen der Bezugsbetreuerpflege werden die Jugendlichen in einer gesunden Entwicklung individuell gefördert.

Die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten werden nach einer Kennenlernphase individuell auf den Jugendlichen abgestimmt und mit dem Jugendlichen und seinen Eltern gemeinsam besprochen. Neben einer kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnostik bieten wir auch eine Beratung und Begleitung hinsichtlich einer eventuell erforderlichen medikamentösen Behandlung.

In Zusammenarbeit mit unserem sozialpädagogischen Dienst unterstützen wir den Jugendlichen bzw. seine Eltern, wenn es um die Planung von nachstationären Maßnahmen geht oder sozialrechtliche Fragen geklärt werden sollen.

Des Weiteren ist der Austausch und die Zusammenarbeit mit unserer „Schule für Kranke“ wichtig, da unsere Jugendlichen größtenteils noch schulpflichtig sind und deshalb auch während der stationären Behandlung eine Beschulung in gewissem Umfang gewährleistet sein soll.

Es ist uns ein Anliegen, ein gezieltes individuelles Therapieangebot zu gewährleisten, welches – je nach Störungsbild – fachlich so zusammengesetzt ist, dass Ressourcen und Stärken hervorgehoben und Ängste verarbeitet werden. Durch Information und Erfahrung versuchen wir ein enges Netzwerk zu erstellen, mit dem eine Rückkehr in den Alltag besser funktioniert.

Selbständigkeit und Unabhängigkeit gelten als Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit. Eigene Entscheidungen zu fällen und Verantwortung zu übernehmen sind wichtige erste Schritte, um „nein“ sagen zu können. Ihre ganze Familie ist eingeladen, aktiv an der Planung und Gestaltung der Therapie teilzunehmen.

Ihre Ansprechpartnerin

Oberärztin:
Dr. med. Gabriele Unterlaß

Telefon 0821 2412-435
Telefax 0821 2412-481