Die Geschichte des Josefinum

Armut, Krankheit und verwaiste Kinder waren Folgen des 1. Weltkriegs. Diese, vor allem für Kinder, humane Katastrophe veranlasste im Jahr 1916 Oberlehrer Josef Mayer und Stadtpfarrer Johann Blödt aus christlicher Überzeugung, einen Krippenverein in Augsburg zu gründen. Zwei Jahre später wurde eine Krippentagsstätte eröffnet, welche sich noch im gleichen Jahr zum Säuglingsheim an der Kapellenstraße wandelte. Im Zeichen der christlichen Wurzeln der Einrichtung ist der Heilige Josef von Beginn an Schutzpatron des Hauses.

Das Kloster Maria Stern entsendete zwei Ordensschwestern, um die Betreuung der Kinder zu übernehmen. Ordensschwestern gestalten seitdem die Geschicke des Josefinums und das christliche Profil des Josefinums mit.

1923 ging das Säuglingsheim in die Obhut der Kirche über: Die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. übernahm die Trägerschaft.

1925 wurde eine Pflegeschule für Säuglingsschwestern eingerichtet. Seit damals ist die christliche Ausrichtung der Klinik auch Basis der Ausbildung an der Schule.

1952 erhielt das Säuglinsheim anlässlich des 80. Geburtstags von Josef Mayer und der Schirmherrschaft des heiligen Josef den Namen „Josefinum“.

Durch den Erwerb angrenzender Häuser im Jahr 1955 konnte mit einem Erweiterungsbau begonnen werden. Zwei Jahre später wurde eine Entbindungsklinik im Josefinum eröffnet, in welcher bis heute mehr als 150.000 Kinder zur Welt gekommen sind. Damit zählt das Josefinum zu den größten Entbindungskliniken Deutschlands.

Im Laufe der 60er Jahre spezialisierte sich die Klinik zunehmend in eine Abteilung für Frühgeburten, Kinderchirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen. 1969 wurde die Frauenklinik eröffnet sowie die internistischen Stationen für Kinder.

Das Josefinum erhielt 1978 vom Bezirk Schwaben den Versorgungsauftrag für den Regierungsbezirk Schwaben für die stationäre Versorgung der kinder- und jugendpsychiatrischen Patienten. Es entstand die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie in Augsburg. Zur besseren wohnortnahen Patientenversorgung wurden 1997 und 2003 die Außenstellen in Kempten und Nördlingen eröffnet.

2000 wurde im Krankenhaus für Kinder und Jugendliche eine psychosomatische Abteilung eröffnet.

Heute verfügt das Josefinum über insgesamt 378 Betten und mehr als 800 Beschäftigte. Neben einer stationären Versorgung von Neugeborenen, Frühgeborenen, Kindern, Jugendlichen und Frauen bietet das Josefinum auch eine ambulante und tagesstationäre Versorgung.
Im Dienst am Menschen leistet das Josefinum moderne Medizin in familiärer Atmosphäre und stellt den Bedarf nach menschlichen Beziehungen in den Mittelpunkt seines Handelns.

Im Auftrag der Kirche spendet das Josefinum Mut zum Leben.